Wortschatzübungen in der Stadtbibliothek und die Frage, was Fair Fashion mit Frieden zu tun hat

Ich erhielt vom Veranstalter KunstWerk e.V. kürzlich eine Einladung, am vergangenen Dienstag bei der Veranstaltung "Wortschatzübungen" in der Stadtbibliothek in Ulm teilzunehmen. Ein Vortrag zum Thema "Frieden" sollte ich halten. Eine große Ehre, ABER: was hat mein Fair Fashion Store im Fischerviertel mit "Frieden" zu tun?

Ich brauchte nur ein paar Minuten Ruhe, um darüber nachzudenken, für was ich stehe und was mir wichtig ist. Dann war mein Vortragsthema ganz schnell gefunden: Frieden auf der Welt wäre zuträglich, wenn ein jeder von seiner Arbeit anständig und gesund leben könnte. Punkt! Eine Idee zum Thema war geboren.

Dann fiel mir auch wieder das Buch von Heike Holdinghausen ein. Titel: „Dreimal anziehen, weg damit“ – mit dem Untertitel „Was ist der wirkliche Preis für T-Shirts, Jeans und Co?“.  Und schon stand mein Vortragsthema:

Was soll ich bloß anziehen? So beginnt die Autorin ihr Buch. Eine Frage, die sich ganz sicher jeder von uns schon einmal gestellt hat.

Die Funktion von Kleidung ist vielfältig. Sie soll umhüllen, bedecken, wärmen, schützen. Kleidung drückt aber auch etwas aus und betont die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. Steht für bestimmte Haltungen, ist Statussymbol.

In der Frage also „Was soll ich bloß anziehen?“ schwingen alle diese Funktionen mit – ob nun bewusst oder nicht. Aber, und das ist aus meiner Sicht ein riesen Problem: In der schnelllebigen Modewelt spielen die Herstellung der Kleidung oder gar die Erzeugung der Rohstoffe eine untergeordnete bis gar keine Rolle.

Ich bin das Thema "Frieden" mit meinem Vortrag mit den Aspekten faire Mode und faire Arbeitsbedingungen als Grundstein für Zufriedenheit und damit für Frieden angegangen. Der Großteil meiner Vortragskollegen aus Literatur, Schauspiel, Politik und Religion sprachen vor allem von Krieg und Frieden. Berührend, beklemmend und unglaublich kreativ - Aber vor allem spannend und interessant.